Mit den beiden Familiengrundschulzentren an den Grundschulen „Lichte Kammer“ und „Im Wiesengrund“ beschreitet die Stadt Iserlohn innovative Wege, um Bildungschancen unabhängig vom Elternhaus zu fördern und die Schulgemeinschaften nachhaltig zu stärken.
Der Befund der jüngsten PISA-Studie hat es erneut deutlich gemacht: In Deutschland hängt der Bildungserfolg von Kindern noch immer stark vom sozial-ökonomischen Hintergrund der Familie ab. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzuwirken, hat Iserlohn ein starkes lokales Netz geknüpft.
Über den Unterricht hinaus: Orte der Begegnung und Unterstützung
Familiengrundschulzentren orientieren sich am erfolgreichen Konzept der Familienzentren in Kindertagesstätten. Sie erweitern das Angebot von Schule und Offenem Ganztag (OGS) und machen die Grundschule zu einem zentralen Begegnungsort im Stadtteil.
Das Ziel ist klar formuliert: Elternbeteiligung stärken, Hemmschwellen gegenüber der Schule abbauen und ein unterstützendes Umfeld für Kinder und ihre Familien schaffen.
„Ziel ist es, Kindern und Familien Teilhabe und bessere Bildungschancen zu ermöglichen.“
— Jennifer Vogt, Leiterin des Ressorts Generationen und Soziales
Erfolgreiche Praxis an Iserlohner Grundschulen
Die Entwicklungen an den beiden Standorten zeigen eindrucksvoll, wie positiv das Angebot angenommen wird:
- Grundschule Lichte Kammer (Vorreiter seit 2022):
Bereits 2021 auf den Weg gebracht, startete die Grundschule Lichte Kammer im Jahr 2022 als erstes Familiengrundschulzentrum in Iserlohn. Schulleiterin Monika Dohmen und Nele Altstadt (städtischer Quartierstreff Heide-Hombruch) berichten von einer stetig steigenden Nachfrage. Von kreativen Bastel- und Spielangeboten über das neue Eltern-Stehcafé bis hin zu großen Aktionen wie dem Kürbisschneiden mit 80 Familien – die Angebote bringen Eltern und Schule wieder näher zusammen. - Grundschule Im Wiesengrund (seit 2025 dabei):
Auch an der Grundschule Im Wiesengrund zieht die Schulleiterin Anja Ihme gemeinsam mit der Koordinatorin Stephanie Ebel eine durchweg positive Bilanz. Das Projekt verknüpft die Lebenswelt der Kinder eng mit dem schulischen Alltag und stärkt das Miteinander im Quartier.
„Wir müssen uns nicht verbiegen, sondern können die Förderung so einsetzen, wie es am besten zu uns passt.“
— Anja Ihme, Schulleiterin der Grundschule Im Wiesengrund
Starke Vernetzung zwischen Schule, Stadt und Jugendhilfe
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die enge Kooperation aller Beteiligten. Koordinierte Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, OGS-Personal, städtischer Jugendhilfe und weiteren Partnern im Stadtteil sorgt dafür, dass Hilfe genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Dezernent Bernd Schulte hebt hervor, dass Stadt, Schulen und Jugendhilfe eine echte Verantwortungsgemeinschaft bilden. Den Schulen wird dabei weitgehend freie Hand gelassen, die Mittel bedarfsgerecht einzusetzen.
Fazit der Stadtschulpflegschaft
Als Stadtschulpflegschaft Iserlohn begrüßen wir diesen wegweisenden Ansatz außerordentlich. Die Familiengrundschulzentren zeigen exemplarisch, wie durch gegenseitiges Vertrauen, niedrige Schwellen und gute Vernetzung echte Bildungsgerechtigkeit gelebt werden kann. Sie sind ein echter Gewinn für unsere Schullandschaft, die Jugendhilfe und vor allem für die Kinder und Familien in Iserlohn!